Leichtathletik und Schwimmen (Mehrkampf für Körperbehinderte)

Im Schuljahr 2019/20 findet wieder ein Bundesfinale Jugend trainiert für Paralympics in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen statt.

GRUPPENEINTEILUNG
Im Bereich der Förderzentren körperliche und motorische Entwicklung werden die Teilnehmer in sieben Funktionsgruppen mit entsprechenden Profilen eingeteilt. Die Funktionsgruppen (FG) dienen bei den Wettkämpfen als Gruppeneinteilung.

Funktionsgruppe I – Sportlerinnen und Sportler mit leichten Beeinträchtigungen
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, deren motorische Funktionsfähigkeit nicht bzw. gering eingeschränkt ist (z.B. Blasen- und Darminkontinenz, minimale cerebrale Dysfunktionen, einseitige Hand-, Unterarm- oder Oberarmamputationen, Dysmelien im Bereich der oberen Gliedmaßen oder sonstige Armbehinderungen usw.) Laufen, Springen und Werfen sind ohne Einschränkungen möglich.

Funktionsgruppe II – Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigungen in den Beinen (Fußgänger)
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, deren Arm- und Rumpffunktionen nicht bzw. gering eingeschränkt sind, bei denen aber auch durch die Beinbehinderung erhebliche Einschränkungen für das Schnelllaufen und das Springen bestehen (u.a. Schülerinnen und Schüler mit spastischer Diparese, inkompletter Paraplegie, Beinverkürzungen, Knieversteifungen, Hüftversteifungen, Poliomyelitis, Amputationen an den unteren Extremitäten, Dysmelien etc.).

Funktionsgruppe III – Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigungen in den Beinen (Rollstuhlfahrer/-innen)
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, bei welchen zumindest die Arme und der Schultergürtel nicht beeinträchtigt sind (Spina bifida, Querschnittslähmung, Beinamputation, spastische Diparese, Poliomyelitis, Glasknochen, Hämophilie mit entsprechender Gelenkbeteiligung, Dysmelien u.a.). Für die Ausführung der Wettkämpfe muss ein Rollstuhl benutzt werden.

Funktionsgruppe IV – Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigungen an einer Körperlängshälfte (Halbseitenlähmung/Hemiparese)
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, bei welchen die Funktionsfähigkeit eines Beines oder Armes nicht beeinträchtigt und eine selbständige Fortbewegung mit den unteren Extremitäten (ggf. mit Prothesen, Schienen, Manschetten o.ä.) möglich ist (z.B. Hemiparesen, Poliomyelitis, Amputationen u.a.).

Funktionsgruppe V – Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigungen aller vier Gliedmaßen
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, die an allen vier Extremitäten beeinträchtigt sind, jedoch die Möglichkeit haben mindestens selbständige und gezielte Bewegungen im Stand durchzuführen (z.B. Tetraparese, Athetose, Ataxie, Poliomyelitis u.a.). Die Teilnehmer der FG V haben in den oberen Gliedmaßen mehr Kontrollprobleme als jene der FG II.

Funktionsgruppe VI - Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigungen an allen vier Gliedmaßen Rollstuhlfahrer/ -innen
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, die an allen vier Extremitäten beeinträchtigt sind, jedoch die Möglichkeit haben  mindestens selbständige und gezielte Bewegungen vom Rollstuhl aus und mit dem Rollstuhl durchzuführen (z.B. spastische Tetraparese, Dysmelien, neuromuskuläre Erkrankungen, wie Muskeldystrophie, Athetose, Poliomyelitis). Diese Schülerinnen und Schüler sind gewöhnlich auf einen Rollstuhl angewiesen.

VI a: Diese Schülerinnen und Schüler haben eine gute Funktionskraft und minimale Kontrollprobleme der oberen Gliedmaßen und des Rumpfes.
VI b: Diese Schülerinnen und Schüler haben geringe Funktionskraft und schwere Kontrollprobleme der oberen Gliedmaßen und des Rumpfes.
VI c: Ausschließlich für Teilnehmer mit Rollstühlen mit einem E-Motion Antrieb.

Funktionsgruppe VII – Sportlerinnen und Sportler mit sehr starken Beeinträchtigungen an allen vier Gliedmaßen (Elektro-Rollstuhlfahrer)
Hierzu zählen Schülerinnen und Schüler, die insgesamt nur sehr geringe motorische Funktionen besitzen und zur Fortbewegung auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen sind. Diese Teilnehmer können im Alltag einen Aktivrollstuhl weder mit den Armen noch mit den Beinen fortbewegen.

VII a: Teilnehmer mit einer Cerebralparese oder einer in den Auswirkungen entsprechenden anderen Behinderung
VII b: Teilnehmer mit einer Muskelerkrankung

WETTKAMPFKLASSEN  (WK)
WK 1    Jahrgänge 1999 – 2003
WK 2    Jahrgänge 2004 – 2005
WK 3    Jahrgänge 2006 – 2007
WK 4    Jahrgänge 2008 – 2009

WETTKAMPFANGEBOT
In den angegebenen Funktionsgruppen und Wettkampfklassen werden verschiedene Disziplinen aus dem Bereich der Leichtathletik und des Schwimmens angeboten. Dabei werden in der Leichtathletik die Wettbewerbe in Form eines Dreikampfes durchgeführt. Im Schwimmen werden Einzelwettbewerbe ausgetragen, wobei jeder Teilnehmer aus den angebotenen Möglichkeiten (Stilart, Streckenlänge) eine Disziplin auswählen kann.
Verbindliches Regelwerk ist die jeweils letzte Ausgabe der Regelsammlung des Landesschulobmanns, welche jedes Jahr von den Ausrichtern des LSSF an die gemeldeten Schulen verschickt wird. Dieses Regelwerk wird gegebenenfalls auf gemeinsamen Beschluss der Bezirksschulobleute (regelmäßige Sitzungen) verändert und vom Landesschulobmann auf dem jeweils aktuellen Stand fortgeführt.

STARTBERECHTIGUNG
-    Startberechtigt sind Schulmannschaften mit dem Förderschwerpunkt „körperliche und motorische Entwicklung“. Schüler/innen ohne jegliche Behinderung sind nicht startberechtigt.
-    Schüler/innen mit einer Körperbehinderung, die an Regelschulen beschult werden, können in die Schulmannschaften der Förderschulen integriert werden. Hierbei müssen die Schüler/innen, die an Regelschulen beschult werden, bei der nächstgelegenen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „motorische und körperliche Entwicklung“ starten. Hierfür ist ein schriftlicher Antrag beim Bayerischen Landesamt für Schule (Bayerische Landesstelle für den Schulsport: Sachgebiet Schulsportwettbewerbe) bis spätestens 01.03. eines jeweiligen Jahres notwendig.




WERTUNG
Bei jedem Wettkampf werden aufgrund der erzielten Leistungen Platzziffern vergeben. Sieger im Dreikampf ist der Teilnehmer mit der niedrigsten Summe der Platzziffern aus den drei durchgeführten Disziplinen.
Im Schwimmen wird die Reihenfolge durch die erzielten Zeiten festgelegt.

MANNSCHAFTSSPIELE
Jede Schule darf pro Mannschaftswettbewerb (z. B. E-Hockey) nur eine Mannschaft melden.
Elektrorollstuhlhockey mit fixen T-Schlägern (Funktionsgruppe FG VIIa und VIIb, Elektrorollstuhlfahrer)
Boccia (Funktionsgruppe FG VIb, VIIa und VIIb E-Fahrer, Rollstuhlfahrer)
Rollstuhlbasketball (siehe Ausschreibung Rollstuhlbasketball)
Fußball (FG I, II, IV, V)
- Es sind keine Gehhilfen (Krücken, Stöcke etc.) erlaubt; Schienen oder Prothesen dürfen keine Unfallgefahr darstellen (z.B. notfalls abpolstern); im Zweifelsfall entscheiden der vom Veranstalter benannte Wettkampfleiter und der Landesschulobmann über die Teilnahme des Sportlers.
- Die Mannschaften können aus Jungen und Mädchen und aus unterschiedlichen Wettkampfklassen zusammengesetzt sein.

KURZFASSUNG DER EINZELNEN MANNSCHAFTSSPIELE
Der Veranstalter des Landesschulsportfestes 2020 verschickt die gültigen Spielregeln mit dem 1. Anschreiben an die teilnehmenden Schulen.

QUALIFIKATION FÜR JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS
Die bayerischen Teilnehmer am Bundesfinale Jugend trainiert für Paralympics in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen (jeweils Jahrgänge 2002 und jünger - keine Startmöglichkeit für Grundschüler) werden nach dem folgenden Modus bestimmt:

Leichtathletik: Die 10 bestplatzierten Teilnehmer einer Schule erhalten für die Plätze 1 – 5 in ihrem Dreikampfwettbewerb 5, 4, 3, 2 oder 1 Punkt. Sieger ist die Schule mit den meisten Punkten.

Schwimmen: Die 8 bestplatzierten Teilnehmer einer Schule erhalten für die Plätze 1 – 5 in ihrem Schwimmwettkampf 5, 4, 3, 2 oder 1 Punkt. Sieger ist die Schule mit den meisten Punkten.

Weitere Erläuterungen:
Sieger ist immer eine Schulmannschaft. Dabei kann eine Schule natürlich auch 2 oder alle 3 Landessieger stellen. Allerdings ist die individuelle Teilnahme eines Sportlers beim Bundesfinale nur in einer der drei Sportarten im selben Jahr möglich (Beispiel: Schüler x gewinnt mit seiner Schule in Bayern in der Leichtathletik und beim Basketball. Beim Bundesfinale müsste er sich für eine der beiden Sportarten entscheiden.)

MELDUNG
Die Meldung erfolgt ausschließlich mit dem Online-Meldesystem unter www.laspo-meldungen.de
Nähere Hinweise finden Sie hier.

TERMIN UND AUSTRAGUNGSORT
Das nächste Landesschulsportfest findet am 9. Juli 2020 in Regensburg statt.